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TCG/(TCPA) – Die (sinnvolle?) Zukunft des Computers?

Ich versichere, dass ich diese Arbeit selbststдndig angefertigt habe und Ich andere Medien und Texte lediglich als Informationsquellen benutzt habe.


Inhalt:
Warum TCG? (Seite 1)
Was ist die TCG? (Seite 3)
Das Vorhaben (Seite 4)
TCPA und die Abkьrzungen (Seite 6)
Wer steckt dahinter? (Seite 7)
Der Versuch die Technik durchzusetzen (Seite 8)
Die konkreten Auswirkungen (Seite 10


TCG/(TCPA) – Die (sinnvolle?) Zukunft des Computers?
Warum TCG?
Die Probleme des Computers im 21. Jahrhundert
1. Raubkopien und Piraterie.
Napster ist Tod – Doch lдngst haben andere, verbesserte Tauschbцrse Napster ersetzt. Inzwischen werden nicht mehr nur MP3s getauscht, sondern auch Programme, Kino-Filme, eigentlich alle Software, die man sich vorstellen kann.
Die aus dem Internet geladene Software wird fьr ein paar Cent auf einen CD-Rohling gebrannt und Freunden weitergegeben. Die gesamte Raubkopier-Branche boomt. Tauschbцrsen wie Emule, Kazaa, Overnet und co. haben mittlerweile viele Millionen Nutzer (Kazaa: 230 Millionen) und tдglich werden Petabyte an Daten ьber Tauschbцrsen ьbertragen. Geschдtzt wird, dass 70% des Internet-Datenverkehrs durch Tauschbцrsen erzeugt werden. Die Technik um diesen Traffic zu bewдltigen, kostet Milliarden Dollar/Euro.
Folge ist, dass (laut BSA) weltweit ca. 40 Prozent aller Software Raubkopien sind. Der wirtschaftliche Schaden betrдgt allein in Deutschland ca. 700 Millionen Euro pro Jahr. Der globale Schaden belдuft sich auf 12 Milliarden Euro jдhrlich.
Vermutlich ist der Schaden noch wesentlich hцher da die Dunkelziffer sicherlich groЯ ist, denn wer gibt schon zu, illegal Software zu kopieren und zu nutzen.
Seit es Software gibt, mussten sich Softwarehersteller damit abfinden, dass ihre Software auch ohne eine Lizenz zu besitzen genutzt wird. Manche meinen, dass gerade dies der Computerindustrie zum eigentlichen Boom verholfen hat. Denn niemand hдtte Unsummen Geld in Software investiert, nur um Sie ausprobieren zu kцnnen. Computer wurden erst fьr den Normaluser durch ihre vielseitigen Anwendungsmцglichkeiten attraktiv, und die erreicht man durch viele verschiedene Programme. Alle fьr jeden Rechner einzeln zu kaufen, kцnnen sich aber viele User nicht leisten.
Anders bei der Musik und Filmindustrie – Sie haben wenig Vorteile durch die illegale Verbreitung ihrer Produkte.
Fьr die Musikindustrie ist Softwarepiraterie spдtestens seit Napster ein groЯes Problem. Wer kauft heute noch Musik-CDs fьr 20 Euro, wenn er sie auch schnell und einfach aus dem Internet herunterladen, und sie auf eine CD brennen kann, die ihn nur wenige Cent kostet. Der Musikindustrie geht es angeblich immer schlechter – einige Experten kцnnen das nicht nachvollziehen - und immer weniger Kьnstler kцnnen sich auf dem Markt durchsetzen. Milliardenverluste mussten die Branchen auf diese Weise seit Jahren hinnehmen.
Neu ist dieser Vorgang aber fьr die Filmindustrie rund um Hollywood. Seit immer mehr Leute Breitbandzugang, vor allem DSL, haben, ist es kein Problem mehr, sich ganze Kinofilme ьber das Internet zu laden. Teilweise findet man Kino-Filme im Internet und bei Tauschbцrsen, die noch nicht einmal in den lokalen Kinos angelaufen sind. Dass dies ebenfalls Milliardenverluste fьr die Filmindustrie verursacht, merkt der normale Bьrger „nur“ an den steigenden Eintrittspreisen fьr Kinos. Filme auf DVDs zu verkaufen ist aber noch schwieriger, da die aus dem Internet heruntergeladenen VCDs und SVCDs inzwischen auch auf den meisten DVD-Playern abspielbar sind.
Das Raubkopieren ist ein Volkssport geworden – strafrechtliche Verfolgungen sind eine Seltenheit und es sind keine gravierenden Gesetzesдnderungen in Aussicht.
2. Spam
Jeder kennt sie – Jeder hasst sie. Tдglich wandern hundertmillionenfach ungewollter Werbe-Mails in die Postfдcher fast eines jeden Internetnutzers. Das sind ьber 90 % des gesamten Mailverkehrs. Mit dabei: Viren, Trojaner, Links zu teuren Dialern.
Einen umfassenden Schutz davor gibt es nicht, obwohl ein Grossteil des Spams durch Filter herausgefiltert werden kann und Viren durch aktuelle Antivirensoftware unschдdlich gemacht werden kцnnen. Neue Viren kцnnen – und haben in der Vergangenheit – Schдden in Milliardenhцhe verursacht, wenn sie von Antivirenprogrammen noch nicht erkannt wurden und somit nicht unschдdlich gemacht werden konnten. Ein neuer Virus, der eine bisher unbekannte Sicherheitslьcke ausnutzt, kцnnte sogar das gesamte Internet fьr Tage lahm legen, so schдtzen Experten. Andere Viren zerstцren Daten und Hardware, was ebenso schlimm ist.
3. Viren und Hackerangriffe.
Damit wдren wir bei der Bedrohung, die von dem unregulierten Datenverkehr im Internet ausgeht. In Zeiten des „internationalen Terrorismus“ mцchte man sich nicht vorstellen, was fьr Auswirkungen ein „Anschlag“ auf das weltweite Computernetz hдtte. Terroristen kцnnten einen Virus programmieren, der sich weiter versendet und danach den Boot-Sektor des Computers zerstцrt. Millionen Computer auf der ganzen Welt kцnnten auf einen Schlag schrottreif sein.
Eine weitere Sicherheitsbedrohung sind Hackangriffe(Begriff 1). Hacker schleichen sich in Systeme ein und klauen geheime Daten, vertrauliche Daten und alles was ihnen nutzen und eventuell dem Gegner schaden kцnnte. „Gegner“ ist hдufig Microsoft, das FBI, CIA usw.
Uns „normale Menschen“ betreffen Hack-Angriffe dadurch, dass beispielsweise die Kreditkartennummer geklaut wird, oder Passwцrter ausspioniert werden.
Stellen wir uns vor, es gдbe eine Lцsung fьr alle diese Probleme – wдre das nicht toll?
Microsoft verspricht uns diese Lцsung. Sie heiЯt TCG – frьher hieЯ sie TCPA und ist vor allem unter diesem Namen bekannt.


Was ist TCG?
TCG ist die Abkьrzung fьr Trusted Computing Group, ein von AMD, HP, IBM, Intel und Microsoft(Begriff 2) gegrьndetes Konsortium mit dem Ziel eine „vertrauenswьrdige Computerplattform“ zu schaffen. 200 Firmen sind momentan offiziell Mitglied in der Gemeinschaft, darunter – bis auf wenige Ausnahmen - alles was in der Computerindustrie Rang und Namen hat. Die Firmen mцchten in alle zukьnftig hergestellten Computer einen Chip integrieren, der ьberwacht, „dass auf dem Computer alles mit rechten Dingen zugeht.“ Den so genannten TPM-Chip/Fritz-Chip(Begriff 3).
Die TCG baut auf das Prinzip der hardwareseitigen Verschlьsselung und Ьberwachung, da diese nicht gehackt oder manipuliert werden kann. Das Kernstьck des Systems ist eben dieser TPM-Chip ("Trusted Platform Module“), der auch den Spitznamen Fritz-Chip hat. Den hat es dem amerikanischen (ex-) Senator Fritz Hollings zu verdanken, der die TCG-Initiative vorantreibt.
Dieser Chip wird in das Mainboard oder den Prozessor integriert und wacht darьber, ob Software ohne Lizenz genutzt wird, an der Hardware etwas verдndert wird, oder eine Sound-Datei, Video-Datei oder ein Dokument ohne Erlaubnis geцffnet wird. Der Chip ist also fest in den Computer integriert, kann nicht deaktiviert werden. Der Chip verschlьsselt auch den Datenverkehr zwischen den einzelnen Komponenten des PCs mit einem 2048-Bit-Schlьssel(Begriff 4). Dieser kann fьr jeden Computer individuell bis zu 10 Mal – fьr jeden Nutzer einen - generiert werden. Das Besondere dabei: Bisher konnte jeder Vorgang des Computers ьber Debugger angezeigt werden, der Nutzer konnte also „mitlesen“, was der Computer gerade arbeitet. Durch diese Technik konnte bis jetzt fast jeder Kopierschutz geknackt und Sicherheitsfunktionen umgangen werden. Durch hardwareseitige Verschlьsselung wird dies unmцglich – und damit wird es auch unmцglich fьr Hobbyprogrammierer, Software umzuschreiben oder selbst Treiber weiterzuentwickeln und zu verbessern. Ьber den Schlьssel ist der Rechner zudem eindeutig identifizierbar und der Nutzer authentifizierbar. Fьr Hacker ist es nahezu unmцglich, den Fritz-Chip zu umgehen, erst recht, wenn der Chip, wie geplant, in den Prozessor(Begriff 5) integriert wird. Sollte der Schlьssel dennoch geknackt werden, hilft dies nur fьr den einzelnen Rechner weiter, flдchendeckende Cracks wird es nicht geben kцnnen, da jeder Fritz-Chip per Zufall seinen eigenen Schlьssel generiert.
Es steht noch nicht fest, wie die Idee der TCG in der Praxis aussehen wird, es werden viele Mцglichkeiten diskutiert, es wird viel spekuliert, aber was sich im Endeffekt durchsetzen wird, ist unklar, deshalb stelle ich hier allgemein vor, was die Mehrheit der TCG Mitglieder momentan innerhalb der nдchsten 4 Jahre durchsetzen mцchte:


Das Vorhaben
Der Nutzer kann zwischen 2 Modi des Computers wдhlen. Zwischen dem „Trusted Modus“ (vertrauenswьrdigen Modus) und dem „untrusted Modus“ (nicht-vertrauenswьrdigen Modus). Inhalte sollen sich im „Trusted Modus“ erst dann цffnen lassen, wenn der TPM-Chip bestдtigt, dass das Programm „vertrauenswьrdig“ ist, beziehungsweise eine Lizenz vorliegt, um die Datei abzuspielen oder zu цffnen.
Ob das Programm vertrauenswьrdig ist – oder eine Lizenz vorliegt, erfдhrt der Fritz-Chip von Listen auf Servern im Internet. Hashes (Ein Identifizierungscode, der durch die DateigrцЯe und dessen Inhalt generiert wird, um die Datei eindeutig zu identifizieren) von Viren und Trojaner, werden extra auf so genannten „Schwarzen Listen“ auf Internetservern gelistet, die regelmдЯig heruntergeladen werden. Man kцnnte sagen es funktioniert wie ein hardware-basiertes Antivirenprogramm. Softwareautoren haben die Mцglichkeit fьr das Ausfьhren ihrer Software eine Lizenzprьfung durch den Chip vorauszusetzen, das heiЯt, sie programmieren ihre Software so, dass sie erst nach einer Authentifizierung durch den TPM-Chip gestartet werden kann. Ohne Internetverbindung kцnnen solche Programme oder andere geschьtzte Inhalte nicht wiedergegeben werden.
Auch Musik und Filmproduzenten kцnnen ihre Audio und Video-Dateien digital signieren, sodass sie nur mit einem bestimmten Schlьssel wiedergegeben werden kцnnen und somit fest an einen einzelnen Rechner gebunden sind. Kopiert man also so eine geschьtzte Audio-Datei auf einen anderen Rechner, kann man sie einfach nicht wiedergeben.
Softwareseitig soll das Ganze bereits in Microsofts nдchsten Betriebsystemen integriert sein. In Microsofts XP-Nachfolger „Longhorn“, der voraussichtlich 2005 auf den Markt kommt, wird eine Vorstufe enthalten sein, die Microsoft als Palladium oder neuerdings Next-Generation Secure Computing Base (NGSCB) vermarktet.
Fьr jede „sichere Anwendung“ wird ein so genannter Nexus-Kernel(Begriff 6) gestartet. Dieser nutzt einen physikalisch isolierten und geschьtzten Bereich im Arbeitsspeicher und auf der Festplatte. Wird in diesen Prozess in irgendeiner Form eingegriffen, blockiert der Nexus-Kernel die Anwendung sofort. Der Einsatz des Nexus-Kernels wird laut Microsoft/PCWelt optional sein, das heiЯt, man kann den Nexus Kernel deaktivieren. Sicherheitsfunktionen, wie die Sicherung von Anwenderdaten, die Verifizierung der Herkunft von E-Mails und das aufbewahren von schьtzenswerten Inhalten wie Passwцrtern, die der Nexus-Kernel ebenfalls mit sich bringt, wьrden dann aber ebenfalls deaktiviert werden.
John Manferdellis ist General Manager des NGSCB-Geschдftsbereichs. Seinen Aussagen zu Folge, wird die neue Technologie die Gefahr vor Viren, Spyware(Begriff 7) und Hackerangriffen stark reduzieren. (Mein Kommentar: Stimmt!, aber das kann man auch mit gдngigen Antivirenprogrammen und Firewalls.)


Damit ein Programm als sicher eingestuft wird, muss der Autor es von Microsoft kostenlos prьfen lassen. Nicht geprьfte Programme sind auf dem Rechner ebenfalls lauffдhig. Softwareautoren kцnnen, wie bereits erwдhnt, jedoch festlegen, dass ihre Software nur mit dem Nexus-Kernel lauffдhig ist, das heiЯt man kцnnte das Programm nicht im deaktivierten Modus oder auf дlteren Rechnern ohne Nexus laufen lassen.
Gedacht ist diese Funktion fьr Zwecke, die eine hohe Sicherheit erfordern, wie Online-Banking, Antiviren-Software oder Internet-Einkдufe.
Allerdings kцnnten auch andere Softwarehersteller diese Funktion nutzen, alle mцglichen Dateien kцnnen per digitale Signatur(Begriff 8) an einen Rechner gebunden werden. Tauschen von Dateien ьber Tauschbцrsen wдren also nutzlos, da die Dateien nur auf jeweils einem Rechner lauffдhig sind. Дhnlich wьrde das auch bei DVDs funktionieren – es soll sogar eine Funktion integriert werden, mit der man bestimmen kann, wie lange eine Datei lauffдhig ist. Man kцnnte also sagen, diese Word-Datei soll man die nдchsten 10 Tage цffnen kцnnen, danach nicht mehr. Oder verliehene DVDs kцnnten 24h anschaubar sein und danach verfallen.
Dass andere Branchen, wie die Musik und Filmindustrie, diese Funktionen nutzen werden, gilt als wahrscheinlich und ist auch verstдndlich, um die erwдhnten Miliardenverluste durch Piraterie zu verhindern. Mit dieser Funktion kцnnte die Piraterie zumindest eingedдmmt werden. MP3s, die es momentan schon gibt, werden davon aber nicht betroffen sein, da sie keinen digitalen Schlьssel besitzen. Meiner Meinung nach, kann man diese Sicherheitsfunktion aber vorerst ganz leicht umgehen, indem man die Audio-Files nicht von einer CD rippt, also von einer Musik-CD ins MP3-Format auf den Computer kopiert, sondern ьber VIVA oder MTV mit einer TV-Karte aufnimmt, denn dann fehlt dieser Schlьssel, es sei denn, die TCG lдsst sich noch etwas raffiniertes einfallen. DVDs auf den Rechner zu rippen wдre aber nicht mehr mцglich.
Langfristig soll der TPM-Chip in Verbindung mit Microsofts Betriebssystemen und „sicheren Anwendungen“ Standard werden. Microsoft kцnnte auch die Richtlinien verschдrfen, sodass nur noch „sichere Programme“ im „Trusted Modus“, also wenn der Nexus-Kernel aktiviert ist, lauffдhig sind.


TCPA und die Abkьrzungen
Warum eigentlich „Against-TCPA“?
Im Internet begegnen einem sehr oft Against-TCPA-Logos. Mit einem Klick landet man auf riesigen Protest-Webseiten – aber gegen TCPA - und nicht gegen TCG!?
Der Unterschied zwischen TCG und TCPA:
TCPA (Trusted Computing Platform Alliance) ist der Vorgдnger der TCG (Trusted Computing Group). Die TCPA wurde im April 2003 aufgelцst, da die Regeln besagten, dass alle Entscheidungen einstimmig getroffen werden mьssen. Ein Veto hatte also gereicht, um einen Vorschlag abzulehnen. Bei 200 Mitgliedern was das folglich derart hдufig, dass die TCPA Spezifikation 1.2 ьber Monate nicht zur Verabschiedung kam. AMD, HP, IBM, Intel und Microsoft grьndeten also die Trusted Computing Group, bei der laut Regeln eine Zweidrittelmehrheit der Mitglieder ausreicht um ein Vorschlag zu akzeptieren. Fast alle ehemaligen TCPA-Mitglieder sind mittlerweile zur TCG ьbergelaufen.
(siehe Anhang 1)
Im Internet gibt es in groЯem MaЯstab organisieren Widerstand gegen die Vorhaben der TCG/TCPA. Webseiten, wie againsttcpa.com haben die Цffentlichkeit ьber ihre Bedenken aufgeklдrt, sodass viele Internetuser auf TCPA ablehnend reagieren. Positiver Nebeneffekt der Namensumbenennung ist also, dass unter TCG noch fast niemand etwas versteht, und das „TCPA-Feindbild“ an Bedeutung verliert. Die Webseiten mьssen sich nun wohl neue Domainnamen suchen, neue Plakate drucken, und neue Banner entwerfen. Die TCPA/TCG-Gegner selbst, interpretieren die Umbenennung als Verschleierungstaktik. Dafьr spricht auch die Umbenennung von Microsofts Palladium (ein imposanter Name) in NGSCB (nichts sagend).
Teilweise haben die Akteure sicherlich Recht, denn wollte die TCG ihre Plдne unters Volk bringen, wьrden sie sich sicher prдgnantere Namen ьberlegen und sich nicht hinter irgendwelchen Abkьrzungen verstecken. Die Listen der Mitglieder sind eigentlich geheim, wurden aber zufдllig auf dem Webserver(Begriff 9) der TCPA ungeschьtzt entdeckt, heruntergeladen und verbreitet.


Warum versteckt sich die TCG? Wer steckt dahinter?
Warum prдsentiert die Computerindustrie nicht – wie sonst so oft – ihr Projekt in Werbeslogans und im groЯen Stil auf Messen? Die TCG rьckt Informationen nur sehr spдrlich heraus, sogar die PCWelt, Deutschlands zweitgrцЯtes PC-Magazin, erhielt erst ein Interview, nachdem sie einen sehr kritischen Artikel ьber die TCG geschrieben hat. Wer zieht bei dem ganzen Projekt die Fдden?
Die Antwort ist eindeutig – Microsoft!
Microsoft(Begriff 10) erhofft sich durch die Initiative, sein Monopole bei den Betriebssystemen und Office-Anwendungen zu sichern und Raubkopieren nicht unmцglich zu machen. Sehr anschaulich finde ich dazu die jдhrliche Bilanz von Microsoft. Microsoft hat nur 2 Sparten, indem es Gewinn macht, das sind Windows und Office. In allen anderen Sparten macht Microsoft Verluste. Bestes Beispiel ist die X-Box – Microsoft verkauft die X-Box weit unter dem Herstellungspreis, nur um Sony eins auszuwischen und sich auf dem Spielkonsolen-Markt auch zu Wort zu melden.
Microsoft macht das aber finanziell nichts, denn Geld hat die Firma momentan genug – aus den Windows- und Office-Sektoren. Die Gewinnspanne bei Windows betrдgt ca. 85% - bei Office sogar 95%. Das heiЯt, pro fьnf investierten Euros fьr die Entwicklung der Programme, verdient Microsoft 100 Euro durch den Verkauf. Derart ьberhцhte Preise fьr die Leistungen sind nur mцglich, solange es keine Konkurrenz gibt.
Mцgliche Konkurrenten wдren Linux und Star-Office.
Wird Linux auf Rechnern mit TPM-Chip lauffдhig sein?
Zumindest zunдchst ja, aber Linux(Begriff 11) wird den TPM-Chip voraussichtlich nicht unterstьtzen, das heiЯt, die Sicherheitsfunktionen des Chips werden nur mit Windows ausgeschцpft werden kцnnen. Fьr Star-Office(Begriff 12) wird es im ersten Schritt (mit Palladium) keine Probleme geben. AuЯerdem wдre es durch die Verschlьsselung nicht mehr mцglich, .doc-Dokumente von zukьnftigen Microsoft Word Versionen unter Linux zu цffnen.
Wenn Microsoft so toll damit Gewinne machen kann – warum sind dann die 199 anderen Firmen dabei, und wie profitieren Hardwarehersteller?
Softwarehersteller sind der TCG meist in der Hoffnung beigetreten, dass die Softwarepiraterie reduziert wird und ihre Software zukьnftig gut auf den TCM-Chip abgestimmt ist, da ihnen so die Bauplan-Daten bereitgestellt werden.
Hardwarehersteller profitieren dagegen nicht von weniger Softwarepiraterie. Sie erhoffen sich Gewinne, wenn sich jeder neue Hardware mit TCM-Chip kaufen muss, damit der Microsofts neue Betriebssysteme zum laufen bringt. AuЯerdem ist fьr die Hardwarehersteller der Druck seitens Microsoft ein fast noch wichtigerer Grund, denn so gut wie jeder Hardwarehersteller ist auf Microsoft angewiesen. Sollte sich beispielsweise AMD der TCG widersetzen, brдuchte Microsoft nur AMDs CPUs(Begriff 13) in zukьnftigen Windows-Versionen nicht mehr unterstьtzen – was den Untergang von AMD bedeuten wьrde. Дhnlich ist es auch bei Grafikkarten-Herstellern wie NVidia. Microsofts Macht in der Computerindustrie ist sehr groЯ, gestoppt wird die Firma, wie in dem Kartellprozess vor 2 Jahren in Amerika zu beobachten, voraussichtlich nicht werden.
Da sehr wenige Informationen von der TCG nach auЯen dringen, darunter auch einige, die nicht fьr die Цffentlichkeit bestimmt waren, bleibt viel Raum fьr Spekulationen. Manche sprechen von TPM-Zwang fьr zukьnftige Rechner per Gesetz, Andere sehen vor allem die Vorteile neuer Sicherheitsfunktionen.
Der Versuch die Technik durchzusetzen
Microsofts neues Betriebssystem Longhorn wird Palladium integriert haben, das ist so gut wie sicher. Anwendungen wie Online-Banking werden endlich absolut sicher und Daten kцnnen sehr leicht verschlьsselt abgespeichert werden. An sich ist das Ganze meiner Meinung nicht schlecht, da es die Mцglichkeit gibt, den Nexus-Kernel einfach zu deaktivieren. Inhalte, die digital signiert sind und den Chip voraussetzen, wie Programme, MP3s, Filme kцnnten bereits nur noch auf dem einzelnen Rechner wiedergegeben werden, was fьr das Kopieren und Tauschen von Dateien groЯe Konsequenzen hдtte. Die Frage ist, in wie weit die Technik dann genutzt wird. Palladium muss man aber als einen ersten Schritt ansehen, Microsoft versucht, die User an den TPM-Chip zu gewцhnen und die Technik zu etablieren. Ich vermute, dass der nдchste Schritt dann weiter gehen wird, und die wieder nдchste Windows-Version dann noch etwas radikaler sein wird, sodass man den Computer nur noch im Trusted-Modus richtig nutzen kann. Denn hat die groЯe Mehrheit erst einmal den TPM-Chip im Rechner integriert, werden die neuen Versionen der Software groЯer Software-Hersteller – vor allem die Mitglieder der TCG – auf dem Chip basieren. Wird Software also nur noch fьr den Trusted-Modus mit TPM-Chip produziert, werden die User auf „sichere Hardware“ umrьsten mьssen. Die Technik wьrde also zum „Zwang“.
Der entscheidende Schritt von Microsoft wдre dann, ein Betriebssystem auf den Markt zu bringen, bei dem es nur noch den Trusted-Modus gibt. Das dies auch das langfristige Ziel der TCG ist, ist durch mehrere Quellen, teils auch offiziell, nach auЯen gedrungen. Jedes Programm mьsste also zertifiziert werden, bevor es bei den Usern lauffдhig ist. Microsoft hat sich dafьr schon angeboten – sogar kostenfrei wьrde das die Firma machen. Programmierer mьssten also jede neu herausgegebene Version zuerst von Microsoft prьfen lassen. Fьr sie selbst soll es besondere Entwickler-Hardware geben, um ihre selbst programmierte Software zu testen. Aber kцnnten sich Hobby-Programmierer von Free- und Shareware(Begriff 14) solche Hardware leisten?!
Ob die TCG diesen Schritt schafft, ist meiner Meinung nach sehr fragwьrdig, denn es gibt jetzt schon groЯen Protest seitens der User. Was dieser Schritt fьr Auswirkungen hдtte, dazu spдter mehr.


Der Versuch – TPM-Chip per Gesetz?
Einen anderen Anlauf in den USA, um den TPM-Chip mцglichst schnell durchzusetzen, ist „sichere Hardware“ per Gesetz zur Pflicht zu machen. Jeder Bьrger der Vereinigten Staaten dьrfte nur noch TCG-konforme Hardware kaufen, ansonsten wьrden ihm hohe Geldstrafen oder sogar Gefдngnisstrafen drohen. Vorangetrieben wurde und wird die Initiative vor allem von dem bereits erwдhnten (ex) Senator Fritz Hollings und wird damit begrьndet, dass man das Internet kontrollieren muss um Terror zu bekдmpfen. Ein erster Anlauf des Gesetzes scheiterte bereits 2002, ein neuer Anlauf ist aber bereits auf dem Weg. Ich denke aber, dass das die Bьrger nicht mit sich machen lassen. AuЯerdem wьrden sich die Vereinigten Staaten damit selbst einen Nachteil gegenьber fast allen anderen Staaten ohne TCG-Pflicht schaffen. Amerikanische Hardware-Firmen, die nur noch „sichere Hardware“ produzieren dьrften, wьrden Absatzmдrkte auf der ganzen Welt verlieren.


Die konkreten Auswirkungen
Es fдllt auf, die gesamte Angelegenheit ist sehr komplex.
Der normale User aber fragt sich:
ist das eine gute Sache?
Was дndert sich fьr mich? Kann ich weiter meine MP3s hцren und CDs brennen?
Wenn nein, was kann man dagegen tun?
Um das zu klдren, werden die oberen Punkte auf deren Bedeutung fьr den User analysiert und bewertet.
Ist TCG eine gute Sache?

Meine Antwort darauf ist ganz klar nein. Zwar beinhalten die Vorhaben gute Ideen, wie Sicherheitsfunktionen, das ist aber fьr die Initiatoren nur Nebensache. Microsoft und co. sind nur auf Profit aus. Sie erwarten sich riesige Einnahmequellen, wenn alle Software legal gekauft werden muss, wenn die Leute alle ihre Rechner auf „sichere Hardware“ aufrьsten mьssen, MP3s und Filme nicht mehr getauscht werden kцnnen, sondern gekauft werden mьssen und CDs nicht mehr gebrannt werden kцnnen.
Das gegen Softwarepiraterie dennoch etwas getan muss, sehe ich ein. Allerdings geht das Vorhaben der TCG dabei zu weit. Vor allem Microsoft, wьrde, wenn es die Zetifikate fьr Software(Begriff 15) verteilen dьrften, unglaublich viel Macht bekommen. Microsoft kцnnte damit den gesamten Softwaremarkt kontrollieren. Zwar wьrde Microsoft die Zertifizierung fьr Software kostenlos anbieten, aber was ist, wenn Microsoft nach ein paar Jahren – wenn sich Palladium etabliert hat – Geld verlangen wьrde, womцglich noch richtig viel!? Wer kцnnte dagegen etwas tun? Niemand.
Was дndert sich fьr mich konkret?

Anfang 2003 sind die ersten Notebooks mit TPM-Chip auf den Markt gekommen. Das heiЯt, der Verkauf von Hardware mit TPM-Chip hat begonnen, ist aber noch sehr selten. Entscheidend verдndern wird sich erst etwas mit Microsofts neuem Betriebssystem Longhorn, das fьr 2005 geplant ist.
Das Betriebssystem wird zwar voraussichtlich auf alten Rechnern ohne TPM-Chip lauffдhig sein, allerdings wird man mцglicherweise auf Online-Banking oder andere Anwendungen die den TPM-Chip benцtigen verzichten mьssen.
Neue Hardware wird vermutlich standardmдЯig mit TPM-Chip ausgestattet sein, kauft man sich dann also einen neuen Computer, muss man darauf achten, ob der Chip integriert ist.


Sollte der Chip integriert sein und Longhorn als Betriebssystem auf dem Rechner laufen, wird es wesentlich schwieriger sein, MP3s oder gar Filme aus dem Internet zu laden und auf CDs zu brennen. Zum einen kцnnen solche Dateien digital signiert werden, und damit nicht auf andere Rechner lauffдhig kopiert werden, zum anderen kцnnen gute Media-Player wie der Windows Media Player, PowerDVD, WinDVD(Begriff 16) und co. den Trusted-Modus voraussetzen oder gar nur noch digital signierte Dateien wiedergeben. Dateien, fьr die man keine Lizenz hat, kцnnten also gar nicht mehr abgespielt werden.
Cracks, Hacks, Cheater oder Trainer(Begriff 17) fьr Computerspiele wird es wesentlich weniger geben, da es fьr dessen Programmierer nicht mehr mцglich ist, die Vorgдnge im Computer per Debugger mitzulesen. Ebenso wird es so gut wie keine Cracks fьr Programme mehr geben – ein effektiver Schlag gegen Softwarepiraterie.
Prinzipiell kann man sagen, der User verliert seine volle Kontrolle ьber den Rechner. Das TPM ist sozusagen eine Instanz zwischen dem Computer und dem User und kann dem User sozusagen vorschreiben, was er darf und was nicht. Eins darf er sicher nicht, in die Hardware eingreifen, denn dann wird der Rechner sofort laufunfдhig. Дndert man sine Hardware, muss man den Rechner neu zertifizieren lassen – дhnlich wie es momentan bei der Windows-XP-Registration bereits der Fall ist(Begriff 18).
Langfristig gesehen, wird der „normale User“ keine Programme oder Dateien ohne Lizenz mehr ausfьhren kцnnen. MP3s aus dem Internet kцnnten nicht abgespielt werden. Software kann auch nicht mehr von einer kopierten CD installiert werden, da jede Softwarelizenz nur auf einem Rechner lдuft. Kauft man sich also ein Programm, braucht man pro Computer eine Lizenz.
Positiv dagegen ist, dass im Computer zukьnftig ein Firewall und Antivirus integriert ist – aber ginge das nicht auch ohne den TPM-Chip? Doch, sicherlich!
Was kann ich dagegen tun?

Das einzige, was man dagegen tun kann, ist darauf zu achten, dass man keine Hardware mit TPM-Chip kauft und auch seinen Bekannten und Freunden rдt, dies ebenfalls so zu machen. Auf das neue Betriebssystem von Microsoft – Palladium – sollte man ebenfalls verzichten.
Ansonsten kann man die Aktionen und Aufrufe gegen TCG unterstьtzen um der Computerindustrie zu zeigen, das sie keinen Absatz fьr ihre TPM-Produkte finden werden und dass sie sich gegen den Willen der User nicht durchsetzen werden kцnnen.

Wird sich die TCG durchsetzen?

Ob dich die TCG durchsetzen kann, hдngt meiner Meinung nach von folgenden 2 Faktoren ab:
Kaufen die User die Hardware mit TPM-Chip (Unterstьtzung)?
Gibt es alternativen ohne TPM-Chip?
Denn gibt es Hardwarehersteller, die sich der TCG widersetzen und weiterhin moderne Hardware entwickeln und verkaufen ohne diesen TPM-Chip hat der User die Wahl zwischen mit und ohne. Entscheidet er sich fьr ohne, wird das TCG-Projekt ganz schnell beendet sein, denn groЯe Hardwarehersteller wie AMD, ATI und co. brauchen ihren Absatz, sie kцnnen sich die Kunden nicht von Newcomer-Firmen, die sich der TCG widersetzen, die Kunden wegnehmen lassen.
Auffдllig dazu ist, dass eine Firma der TCG noch nicht beigetreten ist – Apple!(Begriff 19) Sollte das so bleiben und kann Apple konkurrenzfдhige Produkte anbieten, wird auch Microsoft bald einlenken mьssen, da es sich auf keinen Fall sein Betriebssystem-Monopol durch eine Etablierung anderer Betriebssysteme wie Macintosh(Begriff 20) streitig lassen machen kann und will. Gibt es also genьgend Protest gegen die TCG, wird sie sich meiner Meinung nach nicht durchsetzen.
Vielleicht ist TCG/TCPA die Zukunft des PCs,
sinnvoll sind die aktuellen Vorhaben jedoch nicht, da sie nur profitorientiert sind.

Quellenangabe:
Die Probleme des Computers im 21. Jahrhundert

Was ist TCG?

Chaosradio 78, 27.11.2002; ; siehe CD im Anhang
Wer steckt dahinter?
Chaosradio 78, 27.11.2002; ; siehe CD im Anhang
Meine Bewertung
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Begriffsregister:
Nummer | Begriffe | Erklдrung
1 | Hack-Angriffe | Bцswilliges unerlaubtes einloggen und verдndern von Daten in fremden Computernetzwerken.
2 | AMD,HP,IBM,Intel,Microsoft | Wichtige Firmen der Computerindustrie
3 | TPM-Chip | Ein Computerbaustein fьr Sicherheitsaufgaben
4 | 2048-Bit-Schlьssel | Ein sehr langer, momentan nicht knackbarer Buchstaben-Zahlencode
5 | Prozessor | Das „Herz“ eines Computers
6 | Nexus-Kernel | Ein im Computer ablaufender Prozess
7 | Spyware | Software, die den Nutzer unbewusst ausspioniert
8 | Digitale Signatur | Feste und eindeutige Signatur bei Computern
9 | Webserver | Ьber das Internet zugдnglicher Computer
10 | Microsoft | Weltweit wichtigster Hersteller von Betriebssystemen und Office-Anwendungen.
11 | Linux | Sich immer weiter etablierendes Betriebssystem, das prinzipiell kostenlos ist, und dessen Quellcode fьr jeden zugдnglich und verbesserbar ist.
12 | Star-Office | Office-Anwendungen wie Microsoft Word, Excel…
Konkurrent zu Microsoft.
13 | CPUs | Prozessoren, Computerbausteine
14 | Freeware, Shareware | Kostenlose Software
15 | Zertifikate fьr Software | Beurteilung ob Software vertrauenswьrdig ist.
16 | Windows Media Player, PowerDVD, WinDVD | Programme zum Abspielen von Audio- und Video-Dateien.
17 | Cracks, Hacks, Cheater, Trainer | Kleine Programme zum Mogeln bei Computerspielen
18 | Windows-XP-Registration | Ьber mitteln der Seriennummer mittels Internet, Telefon oder Brief
19 | Apple | Computerhersteller mit eigenen Betriebssystemen
…Konkurrent zu Microsoft.
20 | Macintosh | Betriebssystem von Apple.

Anhang 1 -TCPA/TCG-Mitgliederliste:

Aesec Corporation.

Autotrol Uruguaya S.A.

Cimarron Systems Incorporated

Compagnie Europйenne de Dйveloppement SA

Insyde Software Corp.

Interlok Technologies L.L.C.

International Service Consultants Ltd.

nVidia.

Precision Digital Hardware.

Raz-Net Inc.

TruSec Solutions

VIA Technologies, Inc.

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